#1 Interview mit Ken Follett von LeaKorte 23.03.2013 07:57

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Lesenswertes Interview mit Ken Follett:
http://www.welt.de/kultur/article975847 ... eller.html

Bester Part:
Gibt es die Follett-Formel?

Follett: Albert hat mir elf eiserne Regeln beigebracht. Erstens: Das Buch soll dir Mühe machen, nicht dem Leser. Zweitens: Sprache ist Mittel zum Zweck. Vergiss deshalb Wortakrobatik und metaphysischen Blumenkohl und schreibe eine Geschichte, die den Leser zum Umblättern zwingt. Drittens: Nach vier bis sechs Seiten muss die Story eine überraschende Wendung nehmen, sonst langweilt sich der Leser. Viertens: Frage dich als Autor immer, wo die größte Angst deiner Figur liegt, denn Angst ist unsere stärkste Antriebsfeder. Fünftens: Jeder großartige Roman ist ein Familienroman. Sechstens: Schriftsteller sind keine gesegneten Stenografen, die ein göttliches Diktat empfangen. Deshalb musst du so lange recherchieren, bis du mit dem Stoff vertraut bist, intim wie Haut auf Haut. Siebtens: Beende einen langen Roman nie mit einer jähen Überraschung. Das empfindet der Leser als rüpelhaften Rauswurf. Achtens: Du musst deine Story mit dem Hammer redigieren: Hau drauf und horch, wo sie hohl klingt. Neuntens: Kürzen ist literarisches Viagra. Zehntens: Schreibe niemals einen Bauernroman, denn Landwirtschaft hat null Glamour. Elftens: Halte dich nie zu lange mit Personenbeschreibungen auf. Eine Figur ist das, was sie tut.

#2 RE: Interview mit Ken Follett von Alois Hart 23.03.2013 20:42

Es ist so, dass nicht alles für jeden Autor gilt. Drei Punkte finde ich besonders wichtig: 2.) schreib einfach eine Geschichte. 4.) die größte Angst der Figur. 11.) keine langen Personenbeschreibungen.

#3 RE: Interview mit Ken Follett von alexander.bally 24.03.2013 17:19

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Wie all diese Regeln sind auch diese grundsätzlich richtig und dennoch immer mit Vorsicht zu genießen.

Beim Schreiben kann man ja grundsätzlich gegen jede Regel verstoßen, solange das Werk dessen ungeachtet seine Leser fesselt. Daher sehe ich diese und ähnliche Regeln nicht als in Erz gegrabene Schreibnaturgesetze. Gerade Nummer 10 halte ich in dieser Liste für sehr fragwürdig. Man denke nur, Oskar Maria Graf hätte sich daran gehalten.

Kennt Ihr die Pixar-Rules?

Im Netz kursiert in mehreren Fassungen eine Liste mit 22 Tipps rund um das Geschichtenerzählen, die alle auf Tweeds von Emma Coats (@LawnRocket) zurückgehen. Emma Coats sollte man gut zuhören, sie ist nicht nur Storyboardzeichnerin bei Pixar, sie führt auch selbst Regie. Zwar ist Ihr Medium der Film, doch mitreißende Geschichten funktionieren nach universellen Gesetzen.

Mögen diese Tipps nicht sehr systematisch sein, ich halte sie dennoch für sehr nützlich und wunderbar praktisch: Sie sind - Twitter lässt nur 140 Zeichen zu - wunderbar knackig und knapp. Zwar wird nicht jedes Geheimnis des Geschichtenerzählens darin gelüftet, dennoch steckt ein gerüttelt Maß an praktischer Schreibweisheit darin. In jedem Fall ist es genügend Stoff für Autoren, darüber nachzudenken.

Hier: http://autorenrecherchepool.siteboar...46;php?f=9&t=44

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